Der Bonner Virologe Hendrik Streeck lernt mit seinem in der Pandemie stark gewachsenen Bekanntheitsgrad die Anonymität schätzen. "In Ruhe gelassen zu werden hat Vorteile", sagt er der Augsburger Allgemeinen. Sein Leben habe sich nicht nur beruflich, sondern auch privat um 180 Grad gedreht. Seit das Coronavirus Deutschland erreicht hat, ist der Virologe des Uniklinikums Bonn einer der gefragtesten Experten. Früh schon macht er sich auf die Fährte des Virus, als er beginnt, im Kreis Heinsberg zu forschen, einem der ersten Corona-Hotspots der Republik.
"Ich wurde auch schon mal auf der Straße angepöbelt – von Menschen aus dem Querdenkerspektrum", so Streeck. Der positive Zuspruch sei aber im Vergleich viel größer. "Manchmal rufen Leute aus dem Auto heraus mir zu: "Kopf hoch, Herr Streeck, machen Sie weiter so", mir werden Blumen oder Bücher ins Büro geschickt."