Der türkische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat sich während des Schreibens seines neuen Buchs "Die Nächte der Pest" schuldig gefühlt, weil plötzlich die Corona-Pandemie auftrat. "Mir kam es vor, als wäre die Pandemie gekommen, weil ich diesen Roman geschrieben habe", sagt Pamuk beim Literaturfestival Lit.Cologne in Köln.
Wenn sich eine Pandemie ausbreite, reagierten die Menschen immer gleich, sagt Pamuk. Zunächst leugneten sie den Ernst der Lage, dann verbreiteten sie Gerüchte. Unterdessen stiegen die Todeszahlen. Dann breche der Staat entweder zusammen oder er werde besonders streng. Anschließend hielten die Leute dem Staat vor, dass er sie nicht beschützt habe. Gleichzeitig wollten sie aber auch, dass der Staat ihren Laden nicht schließe, ihnen nicht das Reisen verbiete und so weiter. Der Staat solle sie beschützen - aber bitte so, dass es nicht wehtue.