Der Krieg in der Ukraine ist der Psychologin Cornelia Betsch zufolge nicht der Grund dafür, dass viele Menschen Corona derzeit als weniger bedrohlich empfinden. "Die Menschen nehmen im Moment ein höheres Risiko durch den Krieg wahr als durch Corona", sagt die Erfurter Professorin für Gesundheitskommunikation. Das liege aber nicht daran, dass der Krieg Aufmerksamkeit abziehe - "sondern dass die Leute Corona im Moment weniger schlimm finden".
Es sei deutlich zu sehen, dass die Menschen angesichts der hohen Fallzahlen eher davon ausgehen, sich zu infizieren. Sie hätten davor aber weniger Angst. "Wir sehen eindeutig, dass sich das Narrativ des milden Verlaufs durchsetzt." Dazu kämen die politischen Lockerungsdebatten der vergangenen Wochen, die vermutlich zur gefühlten Entspannung beitrügen.