Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lehnt einen Vorstoß des baden-württembergischen Ressortchefs Manne Lucha für eine grundlegende Kursänderung bei der Pandemie ab. "Ich werde die Anregung auf jeden Fall nicht aufgreifen", so der SPD-Politiker. Er verweist darauf, dass sich auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits von den Forderungen seines Ministers distanziert habe.
Der Grünen-Politiker Lucha hatte in einem Brief einen Wechsel von der pandemischen in die endemische Phase für Ende April gefordert. Eine solche Entscheidung hätte weitreichende Folgen: Das Coronavirus würde wie das Grippevirus eingestuft. Es gäbe praktisch keine Tests und für positiv Getestete und Erkrankte keine vorgeschriebene Quarantäne mehr. Lauterbach sagt, er glaube, dass der Brief "möglicherweise in einem Moment der Frustration oder des Zorns" geschrieben worden sei. Ein Regierungssprecher in Stuttgart macht deutlich, dass Luchas Brief an Lauterbach nicht mit Kretschmann abgestimmt gewesen sei.