"Es spricht vieles dafür, dass die Ampel hier mit Tricks arbeiten möchte", sagt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei. Es gebe in der Geschäftsordnung des Bundestags zwar keine abschließenden Regelungen für solche Abstimmungen. Es gehöre aber zum "Kernbestand der parlamentarischen Tradition", dass zunächst über den weitestgehenden Antrag abgestimmt werde. Dies wäre der Antrag mit einer Impfpflicht ab 18 oder modifiziert mit 50 Jahren. Zuletzt wären dann die zwei Anträge gegen eine Impfpflicht dran. "Diese Reihenfolge umzudrehen, wäre aus meiner Sicht grob rechtsmissbräuchlich", sagte Frei. Das würde auch die Akzeptanz einer Entscheidung "aufs Schwerste untergraben".
Die Unionsfraktion befürchtet, dass die Ampel zuletzt über einen der Anträge mit einer Impfpflicht abstimmen lassen will - in der Hoffnung, dass diesem auch nicht davon überzeugte Abgeordnete zustimmen, um überhaupt zu einem Ergebnis zu kommen.