Letztes Update:
20220503102246

10:21
03.05.2022
Kleiner Zettel mit großer Wirkung: Weil sie ein Corona-Kontaktformular nicht vollständig ausgefüllt hatten, sollte ein Rentnerehepaar aus Hamburg ein hohes Bußgeld zahlen. Doch ein Richter am Amtsgericht spricht den 86-jährigen Ehemann frei. Das Verfahren gegen seine 87-jährige Ehefrau, die im Rollstuhl sitzt und an Demenz leidet, soll wegen ihres Gesundheitszustandes eingestellt werden. Dem muss die Staatsanwaltschaft aber noch zustimmen. "Ich kann nicht feststellen, dass sie sich schuldhaft verhalten haben", sagt der Richter. Der Gesetzgeber habe nicht festgelegt, wann das Kontaktformular auszufüllen sei. 
Die beiden sind Stammgäste in einer Bäckerei in Hamburg-Harburg. Im Juni 2021 musste die Rentnerin dringend die Toilette der Bäckerei aufsuchen. Daher vergaß ihr Mann diesmal, das Corona-Kontaktformular auszufüllen. Das übernahm eine Verkäuferin für die beiden, die jedoch nur den Namen der Rentner eintrug und nicht die vollständige Adresse. Ein Kontrolleur akzeptierte das Formular nicht und erließ Bußgeldbescheide von jeweils 178,50 Euro. Dagegen hatten die beiden Einspruch eingelegt. "Ich muss ehrlich sagen, gerechnet habe ich nicht damit", sagt der Rentner nach der Verhandlung erleichtert. "Aber der Richter war gut. Da konnte man nicht meckern."

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10:05
03.05.2022
Etwa sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland dürften laut einer Modellierung bis Ende März 2022 weder gegen Corona geimpft noch mit dem Virus selbst in Kontakt gekommen sein. Das geht aus einer sogenannten Preprint-Studie von Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor, die noch nicht von externen Fachleuten begutachtet worden ist. Über die Daten, die je nach Altersgruppe und Bundesland variieren, hatte zuvor die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.
Die Autoren machen deutlich, dass in der restlichen Bevölkerung kein einheitliches Maß an Schutz anzunehmen ist: Insbesondere für Menschen, die nicht geimpft, aber (meist mit Omikron) infiziert wurden, gebe es noch größere Unsicherheiten mit Blick auf den kommenden Herbst und Winter, etwa weil der Schutz vor schwerer Erkrankung kurzlebiger sein könnte. Nach vollständiger Grundimmunisierung, Booster und Infektion wird hingegen ein längeranhaltender Schutz vor schwerer Erkrankung angenommen. 
Für ältere Menschen ab 60 Jahren mit höherem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs wird ein Anteil von rund vier Prozent ohne jegliche Immunität angegeben. Bei Kindern werden höhere Werte geschätzt - schließlich ist etwa für die Kleineren noch kein Covid-19-Impfstoff verfügbar. Verfasser der Studie ist unter anderem RKI-Chef Lothar Wieler. Das Team stellt heraus, dass die Ende 2021 aufgekommene Omikron-Variante für besonders viele Infektionen sorgte. 

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