Der äthiopische Menschenrechtsrat (EHRCO) fordert angesichts von Massenfestnahmen und Einschränkungen der Pressefreiheit in dem ostafrikanischen Land mehr Aufmerksamkeit für den andauernden Konflikt in der Region Tigray. "Der Krieg dauert an und ist noch lange nicht vorbei", sagte Dan Yirga Haile, der geschäftsführende Direktor von EHRCO, in Berlin. Dass es gerade jetzt zu Massenverhaftungen komme - allein am Sonntag wurden in der südäthiopischen Region Amhara mehr als 1000 Menschen festgenommen -, führte er auch auf die nachlassende internationale Aufmerksamkeit für den Tigray-Konflikt zurück. "Die Aufmerksamkeit ist weggerückt zur Ukraine. Aber die übrigen Regionen der Welt dürfen darüber nicht in Vergessenheit geraten."
EHRCO ist die älteste Menschenrechtsorganisation Äthiopiens. Sie sollte am Montagabend mit dem auf 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis von Amnesty International ausgezeichnet werden.