Bundeskanzler Scholz und Frankreichs Präsident Macron mussten sich in den vergangenen Tagen so mache Kritik anhören, weil sie mit Kreml-Chef noch immer das telefonische Gespräch suchen. Doch es gibt auch lobende Worte für die beiden. "Aus meiner Sicht ist es immer notwendig, auch in einem Krieg mit allen am Konflikt Beteiligten zu sprechen", so Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer nach einem Treffen mit seiner estnischen Kollegin Kaja Kallas in Tallinn. "Es geht um viel." Konkret nennt Nehammer etwa sichere Korridore für Lebensmittel, Fragen des Gefangenenaustausches oder humanitäre Hilfe. Auch seien die Anrufe wichtig, um Putin immer wieder die "furchtbaren Bilder des Krieges" ins Bewusstsein zu rufen.
Gastgeberin Kallas bekräftigt hingegen ihren kritischen Standpunkt zu den Telefonaten. Dieser habe auch nach den Gesprächen seine Ziele nicht geändert. "Ich glaube nicht daran, dass es sinnvoll ist, mit ihm zu sprechen", sagt. "Ich glaube nicht an seinen guten Willen. Eher ist es so, dass er den Wunsch hat, seine eigenen Narrative auszubreiten."