Letztes Update:
20220618043614

03:54
18.06.2022
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine konfrontiert das benachbarte EU-Land Rumänien mit der schwierigen Aufgabe, als Ausweichroute für den Export von ukrainischem Getreide zu dienen. Wegen der mangelhaften Transport-Infrastruktur bezeichnet Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis dieses Problem als "logistische Herausforderung von epischem Ausmaß" bezeichnet. Florin Goidea, Generaldirektor des größten rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, sieht im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur keine schnelle Lösung.
Mühsam sind schon allein die Transportwege aus der Ukraine bis nach Constanta. "Mehr als 80 Prozent des ankommenden ukrainischen Getreides erreicht unseren Hafen auf kleinen Frachtschiffen über die Donau", sagt Goidea. Der Weg per Lastwagen ist noch schwieriger: Die Lkw aus der Ukraine müssen wegen der Formalitäten teils wochenlang an den Grenzübergängen warten. 

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03:35
18.06.2022
Polen fordert weitere Strafmaßnahmen gegen Russland, um Moskau im Ukraine-Krieg zum Einlenken zu bewegen. "Es geht darum, die Sanktionen auszuweiten. Aus unserer Sicht muss ein siebtes Sanktionspaket so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden. Wir müssen den Druck aufrechterhalten", sagt der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Lukasz Jasina, der Welt am Sonntag vor dem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. "Wir gehen damit voran, wir genießen die Unterstützung unserer baltischen Partner und hoffen, dass auch die übrigen Europäer härteren Sanktionen gegen Russland zustimmen werden."
Polens Vizeaußenminister Marcin Przydacz sagt der WamS: "Das sechste Sanktionspaket hat Russland hart getroffen. Doch konnten wir Putin und seine Militärmaschine noch nicht ausreichend schwächen. Es braucht also weitere und härtere Sanktionen." Dafür werbe Polen bei den europäischen Partnern. "Wir müssen hier als Europäer abgestimmt handeln."

23:16
17.06.2022
Nach der Empfehlung der EU-Kommission, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für den Beitritt zur EU zu ernennen, warnt die stellvertretende EU-Parlamentspräsidentin Katarina Barley vor Abstrichen bei den Aufnahmekriterien. "Überstürzte Beitritte darf es nicht geben. Wer einmal in der EU ist, kann nicht ausgeschlossen werden", sagt die SPD-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das sehe man derzeit am Beispiel Ungarns, das die Rechtsstaatlichkeit systematisch aushöhle. "Umso wichtiger ist es, dass die für einen Beitritt festgelegten Kriterien wie zum Beispiel institutionelle Stabilität, funktionierende Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit voll und ganz erfüllt werden."
Mit einer Verleihung des Kandidatenstatus an die Ukraine komme man dem Land angesichts des russischen Angriffskriegs richtigerweise entgegen. "Der Kandidatenstatus wäre ein wichtiges Signal in Richtung Moskau, dass sich die EU nicht einschüchtern lässt, wenn es darum geht, unsere Werte zu verteidigen", sagt Barley. Die damit verbundenen Anforderungen dürften aber nicht zu locker ausgelegt werden.

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