Die Bundesregierung plant derzeit keine erneute Prüfung möglicher Laufzeitverlängerungen für die drei noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland. Zu einer erneuten Überprüfung sei dem Umweltministerium nichts bekannt, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Diese sei "aufgrund der letzten Prüfung auch nicht erforderlich".
Auch ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums verwies auf die Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), wonach ein Weiterbetrieb der Kraftwerke über das Ausstiegsdatum 31. Dezember 2022 hinaus auch aus Sicherheitsgründen nicht verantwortbar wäre.
Hintergrund sind anhaltende Debatten darüber, ob eine Laufzeitverlängerung nicht doch in Frage käme, um mögliche Energieversorgungsengpässe aufzufangen. Die Diskussionen waren zuletzt auch wegen stockender Gaslieferungen im Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine intensiver geworden.
Neben CDU-Chef Friedrich Merz brachte auch FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner längere AKW-Laufzeiten ins Spiel und forderte eine "offene Debatte" darüber. In einer Notsituation gehe es darum, "physikalisch zu jeder Zeit und an jeder Stelle unsere Energieversorgung zu sichern".