Russland zahlt trotz des angespannten Verhältnisses mit dem Westen
weiter fällige Zinsen auf Staatsanleihen - allerdings nicht in Dollar oder Euro,
sondern in Rubel. Am Donnerstag seien die Zinsen auf zwei in den Jahren 2027 und 2047 fällige Anleihen (Eurobonds) gezahlt worden, teilt das Finanzministerium in Moskau mit. Die Zinsen in Höhe von umgerechnet 235 Millionen US-Dollar seien an die russische Zahlungsstelle NSD gesendet worden, heißt es. Damit sei die Zahlung erfüllt, erklärt das Ministerium.
Das Problem ist jedoch, dass die Zahlungen von dort aus kaum an westliche Zahlungsstellen und damit letztlich an die westlichen Gläubiger weitergeleitet werden können, da das
NSD unter die Finanzsanktionen des Westens fällt. Russland hat daher ein neues Verfahren eingerichtet, bei dem die Gläubiger dem NSD das Eigentum an den Anleihen nachweisen müssen. Danach sollen die Zinsen weitergeleitet werden können.
Ob das Verfahren funktioniert, ist aufgrund der westlichen Sanktionen allerdings
unklar.