Auch einen Monat nach der
Entlassung der ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten des Parlaments, Ljudmyla Denissowa, beschäftigt der Fall die Ukraine weiter. Ihr wird vorgeworfen,
Schilderungen über Vergewaltigungen durch russische Soldaten
ausgeschmückt zu haben. Die Zeitung
Ukrajinska Prawda veröffentlichte eine ausführliche Recherche, um Transparenz zu schaffen und zu zeigen, dass Denissowas Vorgehen "schändlich für die Ukraine" sei. "Dieses Material stellt die Tatsache nicht in Frage, dass Russen in der Ukraine Vergewaltigungen begehen", betonte die Autorin. "Aber falsche Geschichten darüber werden dem Feind nur in die Hände spielen."
Denissowa war Ende Mai - nach mehr als vier Jahren im Amt - als Menschenrechtsbeauftragte entlassen worden. Der 61-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen,
angebliche Fälle von Kindesvergewaltigungen erfunden zu haben. Ihre Schilderungen soll sie zuweilen nicht auf Beweise, sondern auf Gespräche mit ihrer Tochter gestützt haben, die sie zudem als Psychologin für eine Hotline für Vergewaltigungsopfer einstellte, wie nun auch die
Ukrajinska Prawda schildert.