Letztes Update:
20220629020437

11:05
28.06.2022
Die Wahrscheinlichkeit einer Versorgungslücke mit Erdgas im Fall eines Stopps russischer Lieferungen ist nach einer Studie führender Wirtschaftsforscher deutlich geringer als noch im April. Allerdings seien trotz inzwischen besser gefüllter Speicher noch nicht alle Risiken für die Gasversorgung der Industrie im Winterhalbjahr gebannt, teilen das Münchner Ifo-Institut, das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Essener RWI und das IWH Halle auf Basis neuer Simulationsrechnungen mit. Als Gegenmaßnahme empfehlen die Ökonomen unter anderem, "zeitnah die Preissignale bei den Verbrauchern ankommen zu lassen" - also die Preise zu erhöhen, damit weniger Gas verbraucht werde.
Grund für die günstigere Prognose ist, dass die Gasspeicher in Deutschland inzwischen deutlich besser gefüllt sind. Vollkommen sicher ist die Versorgung der Industrie allerdings noch nicht.

11:03
28.06.2022
Bei einem Stopp russischer Gaslieferungen im kommenden Halbjahr würde Deutschlands Wirtschaftsleistung nach einer Studie des Prognos-Instituts um 12,7 Prozent einbrechen. Deutschland würde "in eine tiefe Rezession gleiten", sagt Chefvolkswirt Michael Böhmer in München. "Insgesamt wären rechnerisch etwa 5,6 Millionen Arbeitsplätze von den Folgen betroffen", sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Die vbw hatte die Studie in Auftrag gegeben.
Böhmer sagte, die Industrie stehe für 36 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland. Ohne russisches Gas hätte sie nur noch die Hälfte zur Verfügung. Zur Stromerzeugung könnte sie teilweise auf andere Energien ausweichen. Aber für die Chemieindustrie sei Gas ebenso unverzichtbar wie für die Glasindustrie oder die Walzwerke der Stahlindustrie. Ohne Lack, Glas oder Stahl kämen die Autoindustrie und viele andere Branchen in Bedrängnis. In der Autoindustrie und in der Lebensmittelbranche wäre der Schaden am größten

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