Der Kreml weist die Kritik von Bundeskanzler Scholz an der Zuverlässigkeit russischer Gaslieferungen zurück. "Diese Aussagen stehen in absolutem Widerspruch zur Wirklichkeit und der Geschichte der Lieferungen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Er kündigt zugleich an, die Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 so weit zu steigern, wie das technisch möglich sei.
Russland sei nicht an der Einstellung der Gaslieferungen nach Europa interessiert. Die Lage könne sich allerdings ändern, wenn die EU weiter zu Sanktionen greife, die ihr im Endeffekt selbst schadeten. Mit Blick auf Nord Stream 1 versicherte Peskow, dass eine Turbine eingebaut werde, sobald Siemens Energy die dazugehörigen Dokumente übergebe. Die Bundesregierung sieht die Moskauer Darstellung als Vorwand, um die geringeren Gaslieferungen nach Deutschland zu rechtfertigen. Durch Nord Stream 1 fließen im Moment 40 Prozent der maximal möglichen Gasmengen.