Der frühere Daimler-Chef und langjährige Sozialdemokrat Edzard Reuter rät angesichts des Parteiausschlussverfahrens gegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder zu mehr Gelassenheit. "Ich würde den Fall Gerhard Schröder einfach drei Dimensionen tiefer hängen", sagt der 94-jährige Reuter der Rhein-Neckar-Zeitung. "Und es ist mir schnurzegal, ob er in der Partei ist oder nicht, weil: Er spielt keine Rolle mehr und er wird keine Rolle mehr spielen".
Edzard Reuter ist Sohn des früheren Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter und war von 1987 bis 1995 Daimler-Benz-Vorstandschef. Seit 1946 ist Reuter in der SPD. "Ich habe ein so langes persönliches Verhältnis zu Gerhard Schröder, dass ich mich sehr ungerne zu solchen ihn persönlich treffenden Dingen und seine charakterlichen Eigenheiten äußere", betont Reuter. "Aber eine Partei muss dafür sorgen, dass sie einigermaßen eine inhaltliche Linie verfolgt, da kann nicht jeder immer etwas ausposaunen", ergänzt er. «Herr Schröder ist ein alt gewordener Herr – nicht ganz so alt wie ich – den man nicht mehr ganz so ernst nehmen sollte."