Der russische Präsident
Wladimir Putin hat die Umsetzung des Abkommens über die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine als unzureichend kritisiert. Beim 7. Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik beklagte Putin insbesondere weiter anhaltende Beschränkungen für russische Exporte. "Es hat sich herausgestellt, dass wir
ein weiteres Mal einfach nur grob abgezockt wurden, wie man im Volksmund sagt", sagte der Kremlchef. Leidtragende seien auch die von Armut bedrohten Länder, da das Getreide aus den ukrainischen Häfen nicht wie ursprünglich zugesichert an sie gehe, sondern vor allem nach Europa.
Infolge des russischen Angriffskriegs waren in der Ukraine monatelang tonnenweise Getreide in den Häfen blockiert gewesen. Im Juli dann wurde unter türkischer Vermittlung ein Abkommen ausgehandelt, das drei ukrainische Seehäfen wieder für die Ausfuhr von Lebensmitteln öffnete. Als Gegenleistung forderte Moskau,
Sanktionen, die Russlands Dünge- und Lebensmittelexporte beschränkten, aufzuheben.
Nun aber zeigte sich Putin unzufrieden: "Formell sind die Sanktionen auf unsere Düngemittel aufgehoben, doch faktisch bleiben die Beschränkungen bestehen." Da die Logistik, Befrachtung von Schiffen, die Finanzierung und Versicherung solcher Lieferungen weiter beschnitten werde, sei ein
vollwertiger Export russischen Düngers und russischer Lebensmittel weiterhin nicht möglich, sagte er.