Nach ihrer Kritik an Russlands Angriffskrieg in der Ukraine gerät die bekannte russische Popsängerin Alla Pugatschowa in ihrer Heimat unter Druck. "Diese Dichterlinge, Harlekine und Gaukler brauchen bloß eine Möglichkeit zu singen und zu tanzen, zu feixen und vulgär klugzuscheißen", kommentierte der Leiter der Menschenrechtskommission des russischen Präsidenten, Waleri Fadejew, auf der offiziellen Webseite der Institution Pugatschowas Forderung nach Frieden. Eins der bekanntesten Lieder Pugatschowas heißt "Harlekino". Auch der kremlnahe russische Rapsänger Timati zog über den angeblich fehlenden Patriotismus der Sängerin her.
Pugatschowa hatte beklagt, dass die russischen Soldaten für "illusorische Ziele" stürben, während gleichzeitig Russland durch den Krieg international geächtet werde. Die Worte der 73-Jährigen, die immer noch als Superstar in ihrer Heimat gilt, fanden ein breites Echo. Die staatlichen Medien allerdings ließen ihre Kriegskritik in der Berichterstattung unter den Tisch fallen und berichteten nur über ihre Forderung, wie ihr Mann ebenfalls zum "Auslandsagenten" - ein Stigma in Russland - gestempelt zu werden.