Mehrere Tage nach
Ukraine-kritischen Aussagen des früheren italienischen Ministerpräsidenten
Silvio Berlusconi hat die
christdemokratische Europäische Volkspartei (EVP) Konsequenzen gezogen und
ein in Italien geplantes Treffen abgesagt. Man habe beschlossen, "unsere Studientage in Neapel abzusagen", teilte der Präsident der Parteienfamilie, Manfred Weber (CSU), auf Twitter mit. Die Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine sei nicht optional. Die Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung bei EU-Fragen werde man fortsetzen.
Berlusconi ist Vorsitzender der Partei Forza Italia, die - ebenso wie CDU und CSU - Mitglied der EVP ist. Die konservative Partei und deren Spitzenfunktionär Antonio Tajani hätten indes "unsere volle Unterstützung", ergänzte Weber. Außenminister und Vize-Regierungschef
Tajani reagierte prompt
mit Kritik. "Ich teile die Entscheidung nicht, das Treffen in Neapel abzusagen", twitterte er und stellte klar: "Berlusconi ist Forza Italia. Forza Italia ist Berlusconi." Die Partei habe in Ukraine-Fragen stets die EVP-Politik mitgetragen.