Ein Jahr nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges in der Ukraine leben die
Handballer des ukrainischen Serienmeisters Motor Saporischschja immer noch
in zwei unterschiedlichen Gefühlswelten. Zum einen empfinden die Schützlinge des litauischen Trainers Gintaras Savukynas Dankbarkeit und Erleichterung, dem Krieg entkommen zu sein und in Deutschland ihren Sport ausüben zu können. Zum anderen treibt sie täglich die
Sorge um Familienangehörige in der Heimat und ihre eigene Zukunft um.
"Wir sind einerseits glücklich, dass wir das Team halten konnten und im Wettbewerb sind. Aber natürlich leiden die Spieler auch, weil Familien und Freunde immer noch in der Ukraine sind. Da ist es nicht einfach, jeden Moment und jeden Tag die Konzentration zu behalten", berichtet Savukynas in einem Gespräch der
Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Sommer hatte die Handball-Bundesliga GmbH beschlossen, Saporischschja
als 20. Mannschaft in den Spielbetrieb der 2. Liga zu integrieren. Dort nehmen die Ukrainer, die in Düsseldorf leben und trainieren, außer Konkurrenz teil.