Der für Verteidigungsausgaben zuständige Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer hat Forderungen nach mehr Geld für die Bundeswehr wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine zurückgewiesen. "Wir brauchen eine ehrliche Debatte um den Verteidigungshaushalt", sagte Schäfer der Deutschen Presse-Agentur. Auch ein Jahr nach der Zeitenwende seien Reformen der Beschaffungsstrukturen bisher ausgeblieben. Gegenüber 2014 sei der Kernetat um 50 Prozent angehoben worden, ohne dass das zu einer wesentlich verbesserten Lage der Bundeswehr geführt hätte.
"Es ist unlauter, jetzt die Waffenlieferungen an die Ukraine als Begründung für einen höheren Wehretat anzuführen. Die Nachbeschaffung für abgegebenes Gerät erfolgt über einen anderen Topf im Bundeshaushalt. Für alle notwendigen Nachbeschaffungen sind ausreichend Mittel vorhanden", sagte Schäfer. "Was allerdings bisher fehlt, sind Bestellungen bei der Rüstungsindustrie. Selbst für die schon im Frühsommer vergangenen Jahres abgegebenen Panzerhaubitzen sind bisher keine Bestellungen erfolgt."