Anders als Margot Käßmann sieht die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, keinen Widerspruch zwischen dem Einsatz von Waffen in der Ukraine und der kirchlichen Friedensethik. "Allerdings: immer mit dem Ziel des Friedens. Der Einsatz von Waffen muss zum Ziel haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen", sagte Kurschus der Berliner Zeitung. Deshalb sei es wichtig, dass dahinter eine Strategie stehe.
Kurschus widersprach damit der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Käßmann, die sich hinter den Friedensaufruf von Alice Schwarzer und Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht stellte. "Die Kirchen sind immer in die Irre gegangen, wenn sie Waffen gesegnet haben", sagte Käßmann dem Kölner Stadt-Anzeiger. Eine Legitimation für Gewalt lasse sich nicht aus dem Evangelium ableiten.