Der Zentralrat der Juden in Deutschland beklagt gesellschaftliche Spannungen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. "Wir haben gesehen, dass, wie so häufig bei Krisen, Radikale und Verschwörungsideologien Zulauf erhalten", warnt Zentralratspräsident Josef Schuster in einer Erklärung zum ersten Jahrestag des Kriegs. "Jüdinnen und Juden stehen ganz oben bei denen, die Sündenböcke für die Probleme im Land suchen." Dazu zählt er die stark gestiegenen Energiepreise.
Schuster erinnerte aber vor allem an die Opfer des Kriegs. Die Zahl der Toten und Verwundeten gehe in die Hunderttausende, schätzte er. Eine Million Menschen hätten Zuflucht in Deutschland gesucht. Auch die jüdischen Gemeinden hätten ohne Zögern geholfen, darauf sei er stolz.