Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, fordert mehr Tempo und Konsequenzen aus der von Kanzler Scholz ausgerufenen Zeitenwende. Die Politik unternehme bislang zu wenig gegen den "desaströsen Zustand" der Bundeswehr, sagt Wüstner dem Sender WDR 5. Er spricht von Mängeln bei Waffensystemen, bei Munition und vielem mehr. Verteidigungsminister Pistorius habe erst kürzlich gesagt, dass Deutschland nicht verteidigungsfähig sei. "Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - und das, obwohl wir Krieg in Europa haben. Das kann so nicht weitergehen."
Dem Sender Bayern 2 sagt Wüstner, dass die Regierung teilweise immer noch "im Modus von vor dem Krieg in der Ukraine" agiere. Er sei glücklich und schaue zuversichtlich nach vorne, weil Deutschland mit Pistorius nun einen Verteidigungsminister habe, "der ungeduldig ist, der die Dinge adressiert und auch im Kabinett klar erläutert, warum er nicht nur mehr Geld benötigt, sondern warum er auch andere Gesetze braucht", so Wüstner im WDR 5. Man könne nur hoffen, dass die Regierung und das Parlament Pistorius folgten.