Der Deutsche Ethikrat fordert als Lehre aus der Corona-Pandemie umfassendere Strategien für Gesundheitskrisen. Es seien zu spät und zu wenig klar unterschiedliche Formen von Vulnerabilität (Verletzlichkeit) in den Blick genommen worden, sagt die Vorsitzende Alena Buyx. So sei früh erkannt worden, dass ältere Menschen enorme medizinische Risiken hätten. Auf Auswirkungen auf die junge Generation mit Ausfällen bei der Bildung und wichtigen Momenten der Persönlichkeitsbildung sei aber zu wenig geachtet worden. "Das ist nie wirklich zur Chefsache gemacht worden."
Der Ethikrat mahnte eine "Verpflichtung zur Wissensgenerierung" an. Um zu erkennen, wer besonders verletzlich sei, müsse man spezifische Daten erheben und systematisch zusammenführen. Das beratende Gremium hob unter anderem auch hervor, dass Institutionen der Daseinsvorsorge krisenfester werden müssten - etwa bei den Kapazitäten von Kliniken, Pflegekräften und Gesundheitsämtern oder der Digitalisierung von Kitas und Schulen.