Letztes Update:
20220602020441

13:57
01.06.2022
Moskau reagiert gelassen auf den in der EU geplanten weitreichenden Boykott von russischem Öl. Die frei werdenden Mengen würden in andere Richtungen umgeleitet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Diese Sanktionen wirken sich natürlich negativ auf den gesamten Kontinent aus – auf die Europäer und auf uns und auf den gesamten globalen Energiemarkt." Russland werde die negativen Folgen durch systematische Handlungen minimieren, sagte Peskow.
Schon nach dem Öl-Embargo der USA hatte die russische Führung erklärt, dass die Mengen fast komplett auf andere Märkte umgeleitet worden seien. Die Einnahmen sprudelten, hieß es. Die EU will durch einen Öl-Boykott verhindern, dass Russland seinen Krieg gegen die Ukraine weiter finanzieren kann. Durch die hohen Ölpreise fließt zudem aktuell viel Geld in den russischen Staatshaushalt, der stark vom Energieexport abhängig ist. Mit den negativen Folgen – gemeint sind vor allem die hohen Energiepreise - müssten nun vor allem die Europäer leben, sagte Peskow.

13:27
01.06.2022
Die EU-Asylagentur hat im März den höchsten Anstieg von Asylanträgen seit der sogenannten Flüchtlingskrise zwischen 2015 und 2016 in der Europäischen Union verzeichnet. Insgesamt seien in dem Monat in den EU-Staaten rund 82.900 Gesuche eingegangen, teilte die EUAA in der maltesischen Hauptstadt Valletta mit. Gegenüber dem Vormonat Februar waren das 21.800 Anträge mehr. Den Anstieg erklärte die EUAA hauptsächlich durch die erhöhte Zahl an Asylanträgen aus der vom russischen Angriffskrieg betroffenen Ukraine (rund 14.000).
Die Zahl der Anträge aus der Ukraine liege etwa 30 Mal höher als vor dem Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar, erklärte die EUAA weiter. Damit waren Menschen aus der Ukraine auch die größte Gruppe, die Gesuche stellte, gefolgt von Afghanen (9000) und Syrern (7700). Die EUAA sprach außerdem von Ausmaßen an Fluchtbewegungen aus der Ukraine, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu beobachten gewesen seien. Stand 29. Mai registrierten sich seit Kriegsbeginn bislang insgesamt fast drei Millionen Menschen aus dem Kriegsland für den temporären Schutz in der EU, durch den ein langes Asylbewerbungsverfahren zunächst umgangen werden kann, wie die EUAA schätzte.

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