Zivilisten in der schwer umkämpften ukrainischen Stadt
Sjewjerodonezk müssen nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten
sehr schwierige Abwägungen treffen. Einerseits gebe es angesichts zerstörter Brücken außer den von Russland und seinen Verbündeten einseitig ausgegebenen humanitären Korridoren
kaum Wege, um aus der Stadt zu kommen. Andererseits habe Moskau schon in früheren Fällen in der Ukraine und auch in Syrien solche Korridore als Mittel missbraucht, um sich Vorteile auf dem Schlachtfeld zu verschaffen und Menschen zwangsweise umzusiedeln, heißt es in einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums heute.
Russlands vorgeschlagene Route würde die Menschen in Richtung des Orts Swatowe führen, weiter
in das von Russland besetzte Gebiet, so die britischen Experten. Sie warnten jedoch: "Wenn eingeschlossene Zivilisten das Angebot ablehnen, durch einen Korridor hinauszugehen, wird Russland das wahrscheinlich als Rechtfertigung nehmen, um weniger Unterschied zwischen ihnen und irgendwelchen militärischen ukrainischen Zielen zu machen."