Nach dem Erhalt des EU-Kandidatenstatus spricht der ukrainische Präsident Selenskyj von einem Wendepunkt für sein Land. "Die Ukraine ist keine Brücke, kein Polster zwischen dem Westen und Russland, kein Puffer zwischen Europa und Asien, keine Einflusssphäre, keine graue Zone, kein Transitland", sagt der 44 Jahre alte Staatschef in einer veröffentlichten Videoansprache. Die Ukraine sei ein "zukünftiger gleichrangiger Partner für mindestens 27 EU-Länder." Die Ukraine sei kein "Drittland" mehr, sondern werde Mitglied der Europäischen Union.
Im selben Video spricht Parlamentschef Ruslan Stefantschuk davon, dass diese Entscheidung die Geschichte ändern werde. "Wir können die Geografie nicht ändern. Russland wird weiter unser Nachbar bleiben", sagt er. Doch habe die Geschichte in diesem Fall die Geografie besiegt. Regierungschef Denys Schmyhal betont anschließend die neuen Perspektiven der Ukraine durch ihren Status als Beitrittskandidat: Kiew erhalte nun "Zugang zu neuen finanziellen Hilfsprogrammen der EU". Er weckt Hoffnungen auf neue Investitionen und Arbeitsplätze.