Nach Ansicht von
Estlands Regierungschefin Kaja Kallas hat die Forderung,
russischen Touristen keine Schengen-Visa mehr für die EU zu erteilen, in Moskau einen wunden Punkt getroffen. Die
scharfe Reaktion von Angehörigen der
russischen Machtelite auf die Aufrufe nach einem Einreiseverbot zeige, dass es sich um ein
wirksames Sanktionsinstrument handele, sagte Kallas dem estnischen Rundfunk. Trotz Vorbehalten von Bundeskanzler Olaf Scholz wolle sich Estland in der EU weiter für ein generelles Verbot von Touristenvisa starkmachen.
Die Regierung in Estlands Hauptstadt Tallinn hatte am Donnerstag beschlossen, dass russische Staatsbürger vom 18. August an nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum einreisen dürfen. "Man muss verstehen, dass
nur zehn Prozent der russischen Bevölkerung ins Ausland reisen, und es sind genau diese Leute, die hauptsächlich
aus Moskau und St. Petersburg kommen, deren Meinung zählt", sagte Kallas.