Russland weist die Vorwürfe auch der Bundesregierung zur Blockade von Getreideexporten zurück und gibt dem Westen die Verantwortung für die Lebensmittelkrise. Weil russische Frachtschiffe mit Sanktionen belegt seien, könnten diese kein Getreide exportieren, sagte Moskaus Außenminister Sergej Lawrow in der saudischen Hauptstadt Riad. Der Westen behaupte zwar, dass Lebensmittel nicht mit Sanktionen belegt seien, verschweige aber zugleich, dass sie nicht transportiert werden könnten.
Der Westen hatte Russland aufgefordert, die Getreideexporte des angegriffenen Landes zuzulassen. Dazu müssten die Häfen im Schwarzen Meer freigegeben werden. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass Russland die Ausfuhr von Weizen aus ukrainischen Häfen nicht behindere. Vielmehr müsse die Ukraine ihre mit Seeminen versehenen Küstenbereiche im Schwarzen Meer säubern, damit die Schiffe aus den Häfen auslaufen könnten und die Seefahrt gesichert sei. Nach Darstellung Lawrows ist mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vereinbart worden, dass das Land bei der Entschärfung der Minen helfen könne. Lawrow wird am 8. Juni zu Gesprächen in der Türkei erwartet.